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Vor- und Nachnamen

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Übersetzt gemäße Germany Names, Personal

Verständnis der deutschen Vor- und Nachnamen kann das Auffinden Ihrer Vorfahren in Aufzeichnungen erleichtern.

Nachnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevor das Anfertigen von Aufzeichnungen begann, hatten die meisten Menschen nur einen Namen - z.B. John. Als die Bevölkerung wuchs, wurde es notwendig zwischen Personen mit demselben Namen zu unterscheiden. Das Problem wurde üblicherweise durch Zufügen von beschreibende Informationen gelöst. Aus John wurde John der Schmied, John der Sohn von Mathias, John der Kurze oder John aus Heidelberg. Anfangs bezog sich der "Nachname" nur auf eine einzelne Person, nicht auf die ganze Familie. Nach ein paar Generationen wurden die Namen vererbt und von Generation zu Generation weitergegeben.

Nachnamen entwickelten sich aus vier Quellen:

1689:  Von den Eltern (dem Vater) abgeleitet, basierend auf dem Eltern(Vater)-Namen, z.B. Johann Petersohn (Sohn von Peter).

1690:  beruflich, basierend auf dem persönlichen Beruf, z.B. Johann Weber.

1691:  Beschreibung oder Spitzname, basierend auf einer einzigartigen Eigenschaft der Person, z.B. Johann Langbein.

1692: geografisch, basierend auf dem Wohnsitz der Person, z.B. Johann Schlesier (eine Person aus Schlesien).

Der Adel und vermögende Grundbesitzer benutzten als erste Nachnamen. Kaufleute und Bürger übernahmen dann die Sitte, die ländliche Bevölkerung machte es ebenso. Dieser Prozess benötigte 2-3 Jahrhunderte. In großen Teilen Deutschlands hatte sich der Gebrauch von Nachnamen bereits ab dem 16. jahrhundert durchgesetzt.

Vom Vater abgeleitet. Der Gebrauch von "väterlichen" Namen herrschte in der Gegend von Schleswig-Holstein und Ostfriesland im Norden Deutschland´s. "Väterliche" Namen änderten sich mit jeder Generation. Z.B.: Hans Petersen war der Sohn eines Mannes mit Namen Peter. Wenn Hans einen Sohn Jens hatte, wurde der Sohn Jens Hansen (Sohn von Hans) genannt. Der Gebrauch von "väterlichen" Namen setzte sich fort bis Verordnungen erlassen wurden, die Personen verpflichteten, dauerhaft vererbte Familiennamen anzunehmen. Viele zögerten dem nachzukommen, so dass einige Verordnungen erforderlich waren. Diese Verordnungen wurden in den Jahren 1771, 1820, und 1822 in der Provinz Schleswig-Holstein und in 1811 in Ostfriesland.

Alias Nachnamen. In einigen Gebieten Deutschland´s trugen Personen einen zweiten Nachnamen. In Aufzeichnungen konnte dem zweiten Nachnamen ein Wort vorangestellt sein: "genannt", "vulgo", "modo", "sive", oder "alias". Diese Praxis war üblich in den Provinzen von Westfalen und Hannover und Teilen des Rheinland´s und Schlesien´s.

Die Entstehung der "alias Nachnamen" war oft mit der Landwirtschaft verbunden. Wenn ein Mann auf einen neuen Bauernhof kam, änderte sich sein Name manchmal in den Namen des Bauernhofes. Wenn ein Mann eine Frau heiratete, die einen Bauernhof geerbt hatte, konnte sein Name sich auch in den Familiennamen der Frau ändern. In dem Fall konnten einige Kinder seinen Nachnamen erhalten und einige Kinder den Nachnamen der Mutter annehmen.

Jüdische Namensgebung-Gebräuche. Vor dem 19. Jahrhundert wurde die Verwendung von Familiennamen bei juden jedem Einzelnen überlassen. Juden in Deutschland folgten der Sitte nur den Vornamen und den Namen des Vaters zu benutzen, z.B. Isaac, Sohn des Abraham. Die meisten Juden nahmen keine vererbten Familiennamen an, bis sie per Gesetz dazu aufgefordert wurden. Im Jahre 1790 war Baden der erste Staat Deutschland´s der fest Nachnamen forderte. Preußen erließ am 11. März 1812 ein Edikt, dass dauerhafte Familiennamen innerhalb der nächsten 6 Monate forderte.Verpflichtende Nachnamensgesetze wurden in den deutschen Bundesländern von Bayern (1813) und Mecklenburg (1814) erlassen. Bis ca. 1820 hatten auch die meisten kleinen deutschen Staaten das Zivilrecht erweitert und forderten von den Juden feste Nachnamen anzunehmen.

Nachnamen "Änderungen" deutscher Einwanderer in den Vereinigten Staaten

Häufig änderte sich die Nachnamensschreibweise, um der andere phonetische Schreibweise in der englischen Sprache zu entsprechen. Mit anderen worten der Schreiber versuchte den Namen so zu schreiben, wie er ihn hörte. In diesem Fall muss sich der Genealoge an den Spruch erinnern
"Rechtschreibung zählt nicht!"

Nachnamen können auch ganz in´s Englische übersetzt worden sein, manchmal mit einer leichten Verdrehung.

Beispiele: Feuerstein= Firestone, Schwarzenbach(er) = Blackcreek [ was sich zu "Blackrick" und andere phonetische Schreibweisen entwickelte], oder einfach "Black".

Innerhalb der deutschen Gemeinschaft, wie der örtlichen Gemeinde, können die Einwanderer ihre richtigen deutschen Namen weiter benutzt haben, wobei  sie zur gleichen Zeit die englisch-sprachigen Namen benutzten, wenn sie sich um örtlichen Behörden, Volkszählern und anderen Nicht-Deutsche handelte.

Verschiedene Zweige derselben Familie können verschiedene Nachnamensschreibweisen übernehmen. Z.B.:Ein Zweig der Schwarzenbach(er) Familie nahm den Nachnamen Blackcreek, späterr Blackrick an. Der Cousin, der zur selben Zeit mit seiner Familie einreiste, wählte den Namen "Black".

Vor 1900 sind in lokalen Gerichtsaufzeichnungen dokumentierte formelle Nachnamens-änderungen relativ selten.

Während des frühen 20. Jahrhunderts, speziell während des 1. Weltkrieges, waren Nachnamensänderungen häufiger, weil die Einwanderer oder, noch häufiger, deren Kinder versuchten neutralere Nachnamen anzunehmen. 

Ein informatives Buch:
Minert, Roger P., Spelling Variations in German Names: Solving Family History Problems Through Applications of German and English Phonetics, GRT Publications, 2000.

Ein kurzer Artikel über dialect basis of spelling variation in German names.

Vornamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Vornamen leiten sich ab: von blblischen Namen, wie Josef; von Heiligen, wie Johannes; oder von "Großen Alten" Deutschen, wie Siegfried.

Bei der Taufe bekamen Kinder üblicherweise 2 oder mehr Vornamen. In großen Teilen Deutschlands wurde ein Kind bei normalerweise bei dem ersten Taufnamen gerufen. In einigen Gegenden warder zweite Taufname als Rufname üblich. Z.B.: Wenn die beiden ersten männlichen Nachkommen in einer Familie Johann Christoph und Johann Friedrich benannt wurden, wurden sie üblicherweise mit ihrem 2. Vornamen gerufen. Wenn ein älteres Kind jung verstarb, benutzen die Eltern häufig den exakten Namen des verstorbenen Kindes für das nächste geborene Kind mit demselben Geschlecht.  Dies ist ein guter Hinweis für Ihre Forschung, aber er gilt nicht immer.  Unterstellen Sie nicht  , dass das ältere Kind, mit dem exakt gleichen Namen, gestorben ist, bis Sie sein/ihr Todesdatum gefunden haben. 

Einige Kinder bekamen 4 oder mehr Vornamen bei der Taufe. Verschieden Vornamen waren Vornamen der Eltern oder anderer Verwandter. Viele dieser Namen wurden häufig fallen gelassen, wenn das Kind erwachsen wurde. Deshalb benutzen spätere Aufzeichnungen zu einer Person nicht immer alle Vornamen, die ihr bei der Geburt gegeben wurden.

Informieren Sie andere, dass Sie sicher sind dieselbe Person von der Geburt bis zum Tod verfolgt zu haben, indem Sie alle Namenskombinationen, mit denen Ihr Vorfahre bezeichnet wurde, in Ihren Notizen angeben - aus o.g. Gründen.  Hinterlassen Sie so gute Hinweise, dass jeder exakt dieselbe Aufzeichnung finden kann, die Sie bei Ihrer Quellenforschung gefunden haben: Seitennummer, Eintragsnummer. 

Grammatikalische Effekte bei deutschen Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschlecht und Grammatik können deutsche Wortendungen beeinflussen. Weibliche Nachnamen enden oft auf "-in". Z.B.: Barbara Meyer kann auftauchen als Barbara Meyerin. Einige Nachnamen enden auch so auf "-in."   Um sicher zu gehen, ob  es sich um eine weibliche Endung oder den eigentlichen Nachnamen handelt, versuchen Sie ein Nachnamen-Index zu der Aufzeichnung, die Sie gerade untersuchen, zu finden - auch wenn es noch nicht existiert, vielleicht Jahre später nochmal.  Sie können auch vor- und rückwärts in in der Aufzeichnung, um eine männliche Person mit dem Basis-Nachnamen zu finden.  

Deutsche benutzen gelegentlich -chen und -lein als Verkleinerungsendung, d.h. Gretchen kann auch als "kleine" Greta (Margret) erscheinen. Die Endungen -s oder -es zeigen eine Besitzeigenschaft an. Hermann Josefs Sohn = Joseph's Sohn Hermann.

Namen in ausländischen Sparchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da deutsch genealogische Aufzeichnungen oft in verschiedenen Sprachen verfasst sind, können Sie die Namen Ihrer Vorfahren zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Sprachen finden. Z.B.: Der Name Ihres Ur-Großvaters könnte auf der Geburtsurkunde in Latein, auf der Heiratsurkunde in Französich und auf der Todesurkunde in Deutsch stehen. Einige Vornamen sind oft sehr unterschiedlich , wenn sie in eine andere Sprache übersetzt wurden. Siehe folgende Tabelle.

Deutsch Latein Französisch Polnisch
Albrecht Adalbertus Adalbert Wojciech
Anna Anna Anne Hannah
Elisabeth Elisabetha Isabelle Elżbieta
Franz Franciscus François Franciszek
Georg Georgius Georges Jerzy
Gottlieb Bogumilus Bogomil Bogumił
Johann (Hans) Joannes Jean Jan
Karl Carolus Charles Karol
Katharine Catherina Catherine Katarzyna
Lorenz Laurentius Laurent Wawrzyniec
Ludwig Ludovicus Louis Ludwik
Margareta Margarita Marguerite Małgorzata
Marie Maria Marie Marja
Wilhelm Guilielmus Guillaume Wilhelm

Die folgende Quelle enthält Vornamen - in 23 verschiedenen europäischen Sprachen:

Janowowa, Wanda, et al. Słownik Imion (Dictionary of names). Wrocław, Germany: Zakład Narodowy im Ossolińskich, 1975. (FHL book Ref 940 D4si; film 1181578 item 2; fiche 6,000,839.)

Variationen der Vornamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Vornamen haben Varianten und Dialekt-Formen. Z.B.: Barbara kann auftreten als Barbel, Barbele, Barbeli, Bärbel, Bärbchen, Bärmel, Bäbi oder auch Wawerl oder Wetti. In einigen Teilen Deutschlands wird die Verkleinerungsform häufiiger benutzt als in anderen.  Was der übliche Brauch in der Region ist, kann man gut durch das Studium der Muster der Gerburts-/Tauf-, Heirats- und Todes-/Beerdigungsurkunden bestimmen.  Wenn größere Wechsel bei den Namensmustern oder -formen erscheinen, könnte das auf einen Wechsel der Behörde hindeuten - vielleicht kommt einer in der Behörde aus  einer anderen Region. Es gibt mehrere Bücher, die Varianten von Vornamen auflisten.

Details über deutsche Namensgebung, Schreibweise, grammatikalische Endungen und Varianten - Kenneth L. Smith's German Church Books: Beyond the Basics Camden, Maine : Picton Press, 1989. (943 D27skL.)

Es gibt viele Bücher, die deutsche Namen und ihre Bedeutung erläutern. There are also many books that discuss German names and their meanings. Einige zeigen die Städte oder Regionen, an denen einige Nachnamen häufig vorkommen oder den frühesten Zeitpunkt und Ort, wo die Namen dokumentiert wurden. Eine solche Quelle ist:

  • Bahlow, Hans. Deutsches Namenlexikon (German name dictionary). Frankfurt/Main, Germany: Suhrkamp Taschenbuch, 1972. (FHL book 943 D4ba 1972.)

Eine andere Quelle, die Ursprünge und Varianten von deutschen und anderen Namen angibt:

  • Melchers, Paul & Wasserzieher, Ernst.  Hans Und Grete  (2500 First names explained).  Bonn, Germany: Ferd. Dümmlers Verlag, 1972.  (FHL book 943 D4w 1972)

Ein Teil der deutschen Vornamen kann von "Heiligen-Namen" kommen, die verbunden sind mit dem Datum, an dem er/sie getauft wurden.  Zwei Quellen, die sich damit beschäftigen: 

  • Weidenhan, Joseph L.  Baptismal Names...  Baltimore, Maryland:  Kenmore Productions, 19--.   Republished by Gale Research Company:  Detroit, Michigan, 1968.  (FHL book 929.4 W426b)
  • Grotefend, H & Ulrich, Th.  Taschenbuch der Zeitrechnung des Deutschen Mittelalters und der Neuzeit  Hannover, Germany: Verlag Hahnsche Buchhandlung,1971.  (FHL book 943 H3gh 1971)

Anciently, names were given because they had a specific meaning.  A source which lists names and their meanings is:

  •   Loughead, Flora Haines. Dictionary of Given Names. Glendale, California: The Arthur H. Clark Company, 1958.  (FHL book 929.4 L929d)

Gerade in den Aufzeichnungen selbst können die Namen Varianten aufweisen.  Ein Mittel um phonetisch herauszufinden, ob Namen wirklich identisch sind oder nicht, ist:

  • Minert, Roger P. Spelling Variations in German Names:  Solving Family History Problems Through Applications of German and English Phonetics.  GRT Publications; Woods Cross, UT, 2000.  (FHL book 943 D47m) 

Mehr Bücher werden im Ortssuche-Abschnitt Family History Library Katalog aufgeführt unter:

GERMANY - NAMES, PERSONAL

Web-Seiten über deutsche Namen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier eine Web-Seite für Vor- und Nachnamen, die auch ein Forum hat, in dem Sie auch mehr Informationen zu einem Namen anfragen können.