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Der Julianische, Gregoriansche und Liturgische Kalender

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Unser Kalender basiert auf Erdumdrehungen um die Sonne mit Tagen und Monaten, die nichts mit Mondzyklen und dem Neujahrsdatum am 1. Januar zu tun haben. Das war aber historisch nicht immer so. Es hat viele Versuche gegeben, Zeitrechnung mit Sonne und Mond in Verbindung zu bringen. Noch heute besteht die chinesische und islamische Zeitrechnung auf der Umlaufzeit des Mondes um die Erde anstatt der Erde um die Sonne. Weil Ansichten in der Zeitrechnung weit auseinandergingen, finden wir heute in historischen Urkunden merkwürdige Dateneinträge wie 21 Trinitatis oder 20, 7bris. Wie solche Daten zu entziffern sind, hat mit den julianischen, gregorianischen und liturgischen Kalendern zu tun.

Der julianische Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der julianische Kalender enstand durch Verbesserung des römischen Kalenders. Während der römische Kalender auf den Mondzyklus abgestimmt war, basiert der julianische Kalender (von Julius Ceasar angeordnet) auf dem Sonnenkalender mit 365 Tagen, gefolgt von einem Jahr mit 366 Tagen (Schaltjahr). Dieser Kalender wurde von allen christlichen Nationen adoptiert, wozu auch das Heilige Römische Reich deutscher Nationen gehörte (962-1815). Das Jahr begann mit dem Monat März und hatte die folgenden Monatsnamen:

Martius (Mars), Aprilis (Sonne), Maius (Maia), Iunius (Juno). Quintilis (später: Julius Ceasar), Sextilis (später: Kaiser Augustus), September (septem = 7), October (octo = 8), November (novem =9), December (decem = 10), Ianuarius (Janus), Februarius (Februa, ein Festtag, an dem eine Reinigung am Ende des Jahres stattfand)

Weil das Jahr mit dem März begann, fiel der siebente Monat auf den September, der achte auf den Oktober usw. Vom 7ten bis zum 10ten Monat wurden oft die Abkürzungen 7bris, 8bris, 9bris und 10bris oder Xbris in Kirchenbucheintragungen verwendet. Überreste des julianischen Kalenders und lateinische Wörter, die sich auf Daten beziehen, finden sich in evangelischen als auch in katholischen Kirchenbüchern.

Karl der Große, Kaiser des Römischen Reiches (742-814 n. Chr.), versuchte die römischen Monatsnamen zu verdeutschen und landwirtschaftliche Begriffe einzusetzen. Nur einige dieser Monate wurden im Süden des Reiches eingeführt und verwendet (fettgedruckt).

Wintarmanoth, Hartung (für Januar),
Hornung (für Februar),
Lenzinmanoth (für März),
Ostarmanoth (für April),
Wunnimanoth (für Mai),
Brachmanoth (für Juni),
Hewimanoth (für Juli),
Aranmanoth (für August),
Witumanoth (für September),
Windumanoth (für Oktober),
Herbistmanoth (für November),
Heilagmanoth (für Dezember)

Die Germanisierung des Kalenders war nicht, was dringed benötigt wurde sondern eine Reform.

Der gregorianische Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 9ten Jahrhundert hatten Teile von Südeuropa den 25. März als ersten Tag des Jahres gewählt, weil sich dieses Datum mit dem Maria Verkündigungstag deckte. Der letzte Tag des Jahres fiel auf den 24. März. Andere Gebiete wählten den Beginn des Jahres mit der Geburt Christi am 25. Dezember oder mit dem 6. Januar (Heilige drei Könige).

Im Mittelalter wurde ersichtlich, dass das julianische Schaltjahr alle 128 Jahre dem Kalender einen ganzen Tag hinzufügte. Bis zum Jahr 1582 hatten sich die Äquinoktien um 10 Tage verschoben, so dass die Kirchenfesttage nicht länger mit den gewohnten Jahreszeiten zusammenfielen. Im Oktober 1582 bewilligte Papst Gregor XIII einen neuen Kalender, der von den meisten katholischen Ländern angenommen wurde. Zehn Tage des Monats Oktober entfielen, und eine neue Regelung für das Schaltjahr wurde in Gang gesetzt. Der 1. Januar wurde als Beginn eines Jahres anerkannt.
Die meisten protestantischen Länder, die die Autorität des Papstes nicht anerkannten, benutzten weiterhin den julianischen Kalender bis zum 1.März 1700, als auch sie sich auf den gregorianischen Kalender umstellten. Wann sich im einzelnen deutsche Länder/Städte umstellten, ist aus der folgenden Aufstellung zu ersehen:

Katholische Regionen julianisch gregorianisch
Augsburg 13. Feb. 1583 24. Feb. 1583
Baden 16. Nov. 1583 27. Nov. 1583
Bayern 5. Okt. 1583 16. Nov. 1583
Köln 3. Nov. 1583 14. Nov. 1583
Jülich 2. Nov. 1583 13. Nov. 1583
Mainz 11. Nov. 1583 22. Nov. 1583
Münster, Strassburg 16. Nov. 1583 27. Nov. 1583
Trier 4. Okt. 1583 15. Okt. 1583
Würzburg 4. Nov. 1583 15. Nov. 1583
Protestantische Regionen

Hildesheim 15. März 1631 26. März 1631
Kurland 1617 1617
Minden 1. Feb. 1668 12. Feb. 1668
Neuburg 13. Dez. 1615 24. Dez. 1615
Osnabrück 1624 1624
Paderborn 16. Juni 1585 27. Jul. 1585
Preussen 22. Aug. 1610 2. Sept. 1610
Westfalen 1. Jul. 1584 12. Jul. 1584
Andere 18. Feb. 1700 1. März 1700

Der liturgische Kalender[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der liturgische Kalender bezieht sich auf den Jahreszyklus christlicher Feste, die das Leben Christi widerspiegeln. Die Osterzeit zieht sich über sieben Wochen bis zum Himmelfahrtstag hin, die Pfingstzeit dauert bis zu 29 Wochen, dann folgen vier Wochen Adventszeit, dann Weihnachten, Epiphania und zuletzt folgt die Fastenzeit. Jeder Sonntag hat einen bestimmten Namen. Diese unterscheiden sich in der evangelischen und der katholischen Kirche. Außer Sonntagsnamen gibt es in beiden Religionen besondere Gedenktage, an denen Heilige verehrt werden.

Alle Daten des liturgischen Kalenders sind sogenannte bewegliche oder fixe Daten. Fixe Daten fallen immer auf ein bestimmtes Datum, aber nicht auf einen bestimmten Wochentag, während bewegliche Daten keinen bestimmten Wochentag, aber ein bestimmtes Datum haben können.

Hier sind einige Beispiele von fixen und beweglichen Tagen im liturgischen Kalender.

Das kostenlose Programm GenTools6 erlaubt es Ihnen, Festtage in julianische oder gregorianische Daten umzuwandeln.