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Berufe in Deutschland

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Berufe oder Berufsbezeichnungen haben sich im Laufe der Zeit häufig geändert oder heißen heute anders, so dass man sie nicht mehr kennt oder nur schner ihre Herkunft deuten kann. Etliche Berufe sind verloren gegangen, weil sie nicht mehr gebraucht wurden oder aus der Mode kamen. Sie wurden nicht weiter benötigt oder es gab für sie keine Nachfolger. Es handelt sich meist um Handwerker oder handwerkssähnliche Berufe, die durch moderne Techniken ersetzt oder in neue Berufe umgewandelt wurden. In alten Schriften jedoch wurden diese Berufe noch festgehalten. Schauen Sie sich einfach mal an, was unsere Ahnen beruflich alles getan haben.

Es kann schwierig für Forscherwerden, Ausdrücke wie Antiquarius, Meier oder Filzer für die Tätigkeitsbeschreibungen ihrer Vorfahren zu finden. Ein Antiquarius war ein Trödler, der mit alten Büchern handelte, ein Meier bearbeitete oder beaufsichtigte das Land eines Gutsherrn und ein Filzer war ein Hutmacher. Einige von Deutschlands Staaten standen von Zeit zu Zeit unter politscher oder kultureller Fremdherrschaft, so dass Berufsbezeichnungen in anderen Sprachen zu finden sind wie z.B. auf Französisch, Dänisch oder Niederländisch. Manchmal stehen in Urkunden Titel wie Colon, Meier, Wirth. Es handelt sich hier nicht um eigentliche Berufe, sondern um Standesbezeichnungen. Besonders bei landwirtschaftlichen Berufen gibt es unzählige Benennungen.

Online Quellen zur deutschen Berufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Berufe, wie Metzger, Gerber, Schuhmacher und Schneider wurden in Berufsverbänden organisiert, die Zünfte genannt wurden (Gilden, Verbände, oder Innungen). Der Zweck einer Zunft war es, die Ausbildung von Lehrlingen zu ermöglichen und die Arbeit des Handels in der Gegend zu regulieren. In den Zünften wurden die Regeln der jeweiligen Handwerksberufe aufgestellt und überwacht. Ab dem 11. Jahrhundert wurden in den großen Städten Zünfte gegründet. Die Aufzeichnungen dieser Zünfte enthalten Listen von Mitgliedern und Informationen über Gesellen, die in der Stadt lebten, über Ehen von Gesellen, und auch Fortschritte von Lehrlingen zu den Gesellen und vom Gesellen zum Meister wurden in den Urkunden festgehalten. Einige Zünfte führten Aufzeichnungen über Kinder, die den Aufzeichnungen der Kirchenaufzeichnungen ähnelten. Verträge zwischen Lehrern und Eltern von Lehrlingen konnten ebenfalls abgeschlossen werden. Jungen im Alter von 7 bis 18 Jahren konnten vier bis sieben Jahre lang in Berufen wie Schuhmacherei, Fassherstellung, Schmiedekunst und Gerberei in die Lehre gehen. Junge Mädchen wurden oft Dienstmädchen oder lebten bei Verwandten.

Es war üblich für die fertig ausgebildeten (oder ausgelernten) Lehrlinge, mehr Arbeitserfahrung zu sammeln, indem sie Gesellen wurden und zu verschiedenen Orten reisten und für verschiedene Meister ihres Faches arbeiteten. Diese Erfahrung spielte eine wichtige Rolle bei der Vorbereitung auf die Zertifizierung ihres Meisters. Viele der Gesellen heirateten während dieser Reisezeit und kehrten nicht innerhalb dieser Zeit in ihre ursprünglichen Heimat zurück (Auf der Walz).

Zunfturkunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zunfturkunden werden normalerweise in den Stadtarchiven oder im Besitz der modernen Zünfte aufbewahrt. Die Datensätze sind umfangreich, aber nur wenige werden veröffentlicht. Um Zunfturkunden einsehen zu können, muss man den Wohnort und den Beruf seines Vorfahren kennen. Da Söhne oft denselben Beruf wie ihre Väter hatten, findet man häufig Informationen über mehrere Generationen einer Familie. Nur ein Teil der männlichen Bevölkerung ist in den Gildenaufzeichnungen enthalten, zumal auch ihre Ehefrauen und Töchter manchmal erwähnt werden. Gildeneinträge sind am nützlichsten, weil sie schon vor den Kirchenbücher aufgezeichnet wurden. Aufgrund ihrer Altertümlichkeit sind solche Aufzeichnungen oft schwer zu lesen, selbst für Personen, die fließend Deutsch sprechen. Die liegt an der alten Schriftart wie Kurrent oder Sütterlin, die heute nicht mehr gebräuchlich sind. Daher ist die Hilfe eines Experten sinnvoll.

Die Family History Library hat einige deutsche Gildeneinträge gesammelt. Diese Datensätze und zugehörigen Artikel sind in der Ortssuche des Katalogs aufgeführt unter:

GERMANY - OCCUPATIONS

GERMANY, [STATE] - OCCUPATIONS

GERMANY, [STATE], [TOWN]

Biographische Artikel konzentrieren sich oft auf die Mitglieder eines bestimmten Berufes oder Handels.

Biographien.

Hinweise zur Bedeutung der alten Berufsterminologie finden Sie auf dieser Website Deutsche Berufsliste

Historische Krankheitsbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Krankheitsbezeichnungen wie historische Berufsbezeichnungen beziehen sich auf Begriffe und Tätigkeiten, die aus einer anderen Zeit stammen. Als Todesursache in Kirchenbüchern finden sich oft Begriffe, die dem Familienforscher nicht geläufig sind. Medizinisch gesehen handelt es sich bei diesen Krankheiten oft mehr als nur um Symptome. Sie unterscheiden sich in der Bezeichnung von den heutigen Fachausdrücken. Was sich hinter den historischen Benennungen verbirgt, finden Sie in GenWiki:Krankheitsbezeichnung

Tagebücher von Hebammen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Aufkommen der Gynäkologie wurde die traditionelle Rolle der Hebammen eingeführt. In Deutschland wurde das erste Entbindungsheim 1779 in Jena gegründet. 1818 wurden die ersten Regelungen für Hebammen veröffentlicht. Für einige Zeit wurden Hebammen in bestimmte Bezirke berufen, die dem Gesundheitsministerium unterstellt waren. Sie mussten ihre Aktivitäten jährlich dem Gesundheitsbeamten melden, der ihr Gehalt und ihre Kompetenz festlegte. Hebammen mussten ausgebildet und zertifiziert werden, um ihren Beruf ergreifen zu können.

Hebammen wurden ermutigt, Tagebuch zu führen, in dem sie die Verfahren der Lieferungen und ihre Beobachtungen aufzeichneten. Dies war notwendig, da nicht nur der Arbeitgeber einen Einblick in die Aktivitäten der Hebammen gewinnen wollte, sondern auch die Hebamme selbst von Notizen über ihre Arbeit profitieren konnte. Ihre Pflicht bestand nicht nur darin, eine Mutter zu helfen, ein Kind zu gebären und sich um das Wohlergehen der Mutter zu kümmern, sondern sie musste die Geburt des Kindes dem Priester, dem Standesbeamten oder einem Polizeibeamten melden. Wenn sie sich sorgfältig Notizen gemacht hatte, gab kein Problem, Namen, Adressen und Daten zu melden.

Das Führen eines Tagebuchs half der Hebamme bei ihren Beobachtungen aufmerksamer zu sein. Sie war in ihren Aufnahmen genauer, weil sie erklären musste, was passierte. Sie musste über das Ergebnis nachdenken und sich fragen, was besser gemacht werden konnte und wie eine Situation in Zukunft behandelt werden sollte. Ein Tagebuch hat Hebamme ermöglicht, sich besser an bestimmte Fälle zu erinnern, vor allem wenn sie derselben Frau wieder assistierte und sich so an Probleme erinnern konnte. Für die Dauer ihres Berufslebens wurde eine Hebamme ermutigt, ein jährliches Logbuch ihrer Aktivitäten zu führen. Diese Einträge wurden zu statistischen Zwecken ausgewertet, die wiederum als Grundlage für die Verbesserung der Gesundheit der Frauen dienten. Ein ausgezeichnetes Tagebuch hätte folgende Informationen:

  • Tag und Stunde der Geburt
  • Name der Mutter, ihr Alter und ihr Wohnsitz
  • Name des Vaters
  • Geburtsnummer
  • Die Position des Kindes bei der Geburt
  • Das Geschlecht des Kindes
  • Kam das Kind lebend zur Welt oder war es eine Totgeburt?
  • War es eine normale Geburt, eine Frühgeburt oder eine Fehlgeburt?
  • Wurde die Hilfe eines Arztes benötigt?
  • Wie viel Karbolsäure wurde verwendet?
  • Blieb die Mutter gesund, ist sie krank geworden, ist sie gestorben und wann?

Geburtsbücher wurden früher vom Gesundheitsamt (und heute vom Standesamt) aufbewahrt. Heute findet man diese Aufzeichnungen in den Stadtarchiven..

Quellen:

Ahlfeld, Dr. Über den Werth und den Gebrauch des Hebammentagebuchs in: Tagebuch der Hebamme Frau Henkel in Bruch vom 5. April 1895
Wikipedia: Hebamme

Das Wanderbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein sehr interessante Akte für einen Genealogen ist das Wanderbuch: Es ist eine Artt Pass, ausgestellt für jene Männer, die ihren Beruf erlernen und vertiefen mussten. Der Autor Otto Döhner, dessen Urgroßvater ein Wanderbuch besaß, gibt in einem Aufsatz in „Archiv für Sippenforschung“ Jahrgang 46, Heft 78 (1980), S. 407, Einblick in dieses Dokument.

Das Wanderbuch gibt Anweisungen, wie man sich als Geselle zu verhalten hatte. In erster Linie muss man unterschlagene Reisen und Betteln vermeiden. Wenn ein Kandidat innerhalb von 24 Stunden keine Arbeit erhalten konnte, sollte er nicht ohne offizielle Unterstützung bleiben. Er sollte vom Meister einen Nachweis erhalten, ob er angestellt oder nicht ist, oder warum er die angebotene Position nicht annehmen konnte. Es wurde eine Haftstrafe verhängt, wenn die Straftat (wie Diebstahl, oder Körperverletzung) vorlag. Der nächste Teil des Wanderbuchs beschäftigt sich mit der ausführlichen Beschreibung der Person: Statur, Augen, Haare, Nase, Mund und Gesicht geben dem Genealogen eine gute Vorstellung davon, wie ein Ahnherr aussah. Weitere Seiten zeigen, wo in der deutschsprachigen Welt ein Ahnherr in die Lehre gehen konnte. Es folgen ausführliche Angaben darüber, was der Kandidat beabsichtigte, woher er kam, wohin er ging, wie er sich selbst geführt hatte, wie lange er bleiben wollte.

Siehe GenWiki Wanderbuch

Weitere Details können in der oben genannten Zeitschrift gefunden werden.

Sterbekasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder von Zünften oder Berufsverbanden schützten sich vor einen zufälligen oder plötzlichen Tod, indem sie sich einer "Totenlade" anschlossen. Einige ärmere Stadtviertel schlossen sich auch Totenladen an. Der Begriff bezeichnet eine Kasse, in die zu Lebzeiten Geld eingezahlt wurde, sowie Papiere und Statuten beinhalteten. Später bedeutete das Wort "Totenlade" aber auch eine Gesellschaft mit einem Namen, d. H. Totenlade "Die Zunft der Bürstenmacher". Wenn die Akten einer Totenlade erhalten ist, würde eine Quittung über bezahlte Gelder den Empfänger preisgeben. Der Überlebende musste dann die Quittung unterzeichnen, in welchem Fall auch sein Name und seine Verwandtschaft angegeben wurde. Aus familienhistorischer Sicht geben die daher Totenladen noch einen weiteren Beweis für den Verbleib der Ahnen.

Quellen:

von Germany Occupations