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2023

Zeitungsportale als genealogische Quelle

Im Laufe der Geschichte gab es seit dem 17. Jahrhundert unzählige Druckveröffentlichungen zu großen und kleinen Neuigkeiten. Während einzelne Flugschriften nahezu zeitgleich mit dem Gutenbergschen Druckverfahren aufkamen, kann man von Zeitungen, ein Wort, welches damals synonym mit Nachricht verstanden wurde, erst seit dem 17. Jahrhundert sprechen. Allerdings waren dies noch wenige und meist auf regierungsamtliche Informationen beschränkte Blätter. Mit der europäischen Aufklärung im 18. Jh. begann dann der eigentliche Siegeszug der Zeitung als Massenmedium und für Informationen aller Art. Da es faktisch keine andere überörtliche Möglichkeit zur dokumentierten Informationsverbreitung gab, waren Zeitungen omnipräsent bis sie in der 2. Hälfte des 20. Jh. zunehmend von Radio, Fernsehen und digitalen Medien Konkurrenz erhielten und ersetzt wurden. Ein weiterer entscheidender Wandel im Zeitungsinhalt stellte der moderne Datenschutz dar, der nur noch selbst veröffentlichte personenbezogene Daten zum Abdruck über Personen im nicht öffentlichen Bereich zulässt. Genau das war aber über rund 250 Jahre gänzlich anders. Damals gehörte es zum Standard von Tages- , Wochen- oder Monatsblättern, nicht nur Familienanzeigen zu veröffentlichen, sondern etwa alle Geburts- und Sterbefälle, Heiraten oder auch die eingetroffenen bzw. abgereisten Gäste der Stadt. Um diesen reichhaltigen Fundus familien- und personengeschichtlicher Daten und Umstände zu erschließen, bilden Online-Portale für historische Zeitungen ein wichtiges Hilfsmittel für den Familienforscher.

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