Tipps und Tricks: Wie man plausibel begründen kann, weshalb man einen Datensatz geändert hat

5 Mai 2014  - by 

Wenn Sie auf FamilySearch eine Quelle einfügen oder Angaben in einem Datensatz ändern, fordert das System Sie auf, zu begründen, weshalb diese Quelle oder diese Angaben Ihrer Meinung nach richtig sind.

Ihre Begründung könnte lauten: „Dies ist mein Großvater, den ich selbst kannte.“ Dies hilft einem anderen Benutzer, der herausfinden möchte, ob Ihre Angabe stimmt, jedoch nicht unbedingt weiter.

Leitsatz

Der Leitsatz für eine plausible Begründung lautet: Geben Sie so viel an, dass andere nachvollziehen können, weshalb Sie es wichtig fanden, eine Quelle hinzuzufügen oder eine Angabe zu ändern. Wenn jemand anders dann weitere Angaben findet, kann er besser feststellen, ob die Änderung richtig war.

Tipps

Hier haben wir einige Tipps zusammengestellt, wie man eine hinlängliche Begründung schreibt.

  • Fragen Sie sich: „Woher weiß ich, dass dies stimmt?“ Ihre Begründung könnte daraufhin lauten:

„In dem Volkszählungsdokument und in diesem Dokument wurden für Sean OʼBrien derselbe Name, dasselbe Geburtsjahr und derselbe Name der Ehefrau erfasst; auch stimmt der Wohnort der Familie. Name und Alter der drei Kinder (Sarah, James und Thomas), die bei der Volkszählung erfasst wurden, passen zu den fünf Kindern im Stammbaum.“

Falls der Name ungewöhnlich ist, könnten Sie als Begründung auch schreiben, dass die Quelle deshalb Ihrer Meinung nach mit diesem Vorfahren im Stammbaum verknüpft werden sollte.

 

  • Wenn Sie eine Angabe ändern, erläutern Sie, weshalb die neue Angabe stimmt.

 Wir nehmen hier Maria Perez Gomez als Beispiel. Laut Datensatz im Stammbaum verstarb sie am 15. Januar 1901:

„Der Sterbeurkunde zufolge starb Maria Perez Gomez am 12. Januar 1901. Daraus geht auch hervor, dass sie am 15. Januar 1901 bestattet wurde.“

 (Gut ist es natürlich, wenn Sie die Quelle mit dem Betreffenden verknüpfen können; dann haben andere es Schwarz auf Weiß, dass Ihre Änderung stimmt.)

 

  • Vielleicht haben Sie sich überlegt, weshalb eine Angabe in einem Dokument der dazugehörigen Angabe im Stammbaum widerspricht. Am besten teilen Sie diese Überlegungen in Ihrer Begründung mit.

„Ich halte es für richtig, dieses Volkszählungsdokument, in dem Tom Smith steht, mit Thomas Smith zu verknüpfen. Tom ist ja die Kurzform von Thomas. Das Geburtsjahr, der Name des Vaters (James) und der Name der Mutter (Mary) stimmen überein. Außerdem stimmen Name und Alter seiner Geschwister (Susan und David), die im Volkszählungsdokument erfasst wurden, mit zwei seiner vier Geschwister im Stammbaum überein. Vielleicht stimmt bloß der Geburtsort nicht, weil der Volkszähler den Geburtsort von James auch bei den übrigen Mitgliedern des Haushalts vermerkt hat.“

 

  • Seien Sie freundlich.

Anstatt „Dies ist meine Großmutter. Ich weiß das ja wohl besser als derjenige, der diese falsche Angabe gemacht hat!“ zu schreiben, klingt es netter, wenn es heißt: „Ich glaube, dass diese Angabe stimmt, weil …“

 

  • Manch einer findet es besser, wenn man bei einer Begründung nicht die eigene Meinung anbringt. („Ich glaube, dieses Dokument sollte verknüpft werden“ im Gegensatz zu „Dieses Volkszählungsdokument sollte verknüpft werden“.) Beides ist jedoch in Ordnung. Die Hauptsache ist, dass jemand anders aus der Begründung ersehen kann, weshalb Sie eine Quelle hinzugefügt oder eine Änderung vorgenommen haben.

 

  • Mitunter hat man vielleicht den Eindruck, dass man das Offensichtliche eigentlich nur noch einmal wiederholt, als wolle man sagen: „Hallo an alle, diese Angaben stimmen überein.“ Trotzdem kann es anderen helfen, wenn sie wissen, aufgrund welcher übereinstimmenden Angaben Sie eine Änderung vorgenommen haben.

Neues Wissen über Ihren Vorfahren 

Hin und wieder stoßen Sie auf ein Dokument, aus dem Sie neue Erkenntnisse über einen Vorfahren gewinnen. Teilen Sie dieses Wissen in Ihrer Begründung mit, da einem anderen vielleicht nicht klar ist, was daran neu oder wichtig ist.

Beispiel aus der Praxis

Dies ist ein Beispiel aus dem Familienstammbaum:

Laut dem Heiratsregister aus Michigan war Laura Washburn mit John R. Benedict verheiratet. Später heiratete eine Laura Benedict einen gewissen William Emens. Aus den Pensionsunterlagen, die im Zusammenhang mit dem US-Bürgerkrieg geführt wurden, geht hervor, dass Laura Benedict Witwe war und später William Emens heiratete.

Wenn man sich anhand der neuen Funktion Nach Aufzeichnungen suchen Dokumente anzeigen lässt, in denen John Call Benedict (Lauras jüngster Sohn) aufgeführt wird, erzielt man einen Treffer in den Volkszählungsunterlagen von 1870. Bei der Familie von William B. Emens wurden die Namen von Myron S. Benedict (Johns älterem Bruder) und John C. Benedict indexiert.

Aus der Aufnahme ist jedoch auch ersichtlich, dass Laura Benedict im selben Haushalt wie die Jungen mit Nachnamen Emens und Benedict lebte. (Aus Zeile 18, Spalte 1 geht hervor, dass sie alle in Haus Nr. 84 lebten.)

record

Aus irgendeinem Grund führte der Volkszähler sie über William B. Emens und somit getrennt von ihren Söhnen (Zeile 22 und 23) auf.

Das ist noch nicht alles. Der Indexierer, der dieses Dokument bearbeitet hat, hat Laura Benedict, 45 Jahre, geboren in New York, als eigenen Haushalt aufgeführt. Ihr indexierter Eintrag umfasst nicht ihre beiden Söhne, anhand derer man sie identifizieren könnte.

Würde man das indexierte Volkszählungsdokument als Quelle mit Laura verknüpfen, sollte man auf jeden Fall begründen, weshalb es sich bei Laura Benedict aus der Volkszählung von 1870 um dieselbe Laura Benedict im Stammbaum handelt, deren zwei jüngste Kinder Myron und John C. waren.

Die Begründung könnte beispielsweise lauten:

Dieser indexierte Eintrag umfasst nicht alle Mitglieder des Haushalts, die bei der Volkszählung aufgeführt wurden. Aus der Aufnahme des Volkszählungsdokuments ist ersichtlich, dass Laura Benedict mit der Familie von William B. Emens und ihren beiden Söhnen, Myron Benedict, 12 Jahre, und John C. Benedict, 8 Jahre, in Haus Nr. 84 lebte.

Vorteile

Wenn jeder in der Begründung konkrete Angaben macht, kann man sich die Quelle, die mit einem Datensatz verknüpft ist, anschauen und prüfen, ob das Dokument wirklich etwas mit dem eigenen Vorfahren zu tun hat. Man kann sich eine Änderung ansehen und feststellen, ob sie richtig war.

Außerdem muss niemand krampfhaft nachdenken, weshalb er eine Quelle hinzugefügt oder eine Änderung vorgenommen hatte. Man liest einfach die Begründung dazu. Wenn Sie jetzt also Ihr Urgroßcousin aus Südafrika per E-Mail fragt, weshalb Sie bei Ihren Urururgroßeltern Datum und Ort der Eheschließung geändert haben, brauchen Sie nicht lange suchen: Sie haben die Begründung ja festgehalten.

Wenn jeder in der Begründung konkrete Angaben macht, profitieren alle davon, auch man selbst.

 

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