Die Aufgaben eines Gemeindeberaters für Tempel und Familiengeschichte

29 August 2019  - by 

Das Wunderbarste, was ein Gemeindeberater für Tempel und Familiengeschichte tun kann, um bei der Sammlung Israels mitzuhelfen, ist vielleicht, anderen ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung zu ermöglichen. Aber was genau ist ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung, und wie geht ein Berater vor, um eines zu ermöglichen?

Ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung ist eine einfache Aktivität oder Lektion, die einem anderen Menschen oder einer Familie hilft, sich den Verstorbenen und anderen Menschen näher zu fühlen. Dies ist der Geist des Elija, eine Manifestation des Heiligen Geistes, der bezeugt, dass die Familie etwas Göttliches ist und ewig Bestand haben kann.

Bausteine eines Erlebnisses

Es gibt sechs Schlüsselelemente oder Bausteine, aus denen ein Berater wählen kann, um ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung zu ermöglichen.

  • Hilfe – konkrete Fragen über Tempel und Familiengeschichte beantworten und auf individuelle Bedürfnisse eingehen
  • Entdeckungen – neue und aufbauende Angaben zu Familie, Vorfahren und Heimatländern zutage fördern
  • Familienstammbaum – gemeinsam mit anderen am Familienstammbaum von FamilySearch arbeiten, den Stammbaum bewahren und ausbauen
  • Erinnerungen – Fotos, Geschichten, Audioaufnahmen und andere Erinnerungen der Familie bewahren
  • Aufzeichnungen – historische Aufzeichnungen ausfindig machen, auswerten und mit Vorfahren verknüpfen
  • Tempel – dazu beitragen, dass die heiligen Handlungen des Evangeliums für einen Vorfahren erledigt werden
Eine Familie sieht sich gemeinsam Fotos an

Von den hier genannten sechs Bausteinen sind die Bausteine „Entdeckungen“ und „Tempel“ ganz grundlegend – was bedeutet, dass der Berater versuchen sollte, diese Elemente einzubinden, wann immer es möglich ist. Wenn jemand etwas Neues über seine Familie oder seine Vorfahren entdeckt, wird unweigerlich der Geist des Elija in das Herz des Betreffenden eingeladen.

Persönliche Erlebnisse aus dem Buch Mormon

Nur etwas über seine Vorfahren zu erfahren, ist nicht genug. Wir haben die gottgegebene Verantwortung, anderen nach Möglichkeit hinsichtlich der heiligen Handlungen des Tempels zu helfen.

Denken Sie nur einmal an den Propheten Lehi aus dem Buch Mormon. Er hatte ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung, als er die Messingplatten durchsah, die Nephi und seine anderen Söhne von Laban erlangt hatten.

Eine Frau betet

Und welches Ergebnis hatte diese Durchsicht? Fast unmittelbar nachdem er die Platten erlangt hatte, verrichtete er Tempelarbeit, wie sie damals üblich war – er baute einen Altar und brachte ein Opfer dar. Dann versammelte er seine Familie und gab an sie weiter, was er erfahren hatte. Er erinnerte sie an die Verheißungen, die der Vater im Himmel für diejenigen bereithält, die ihn lieben und ehren.

Lehis Erlebnis veranschaulicht den engen Zusammenhang zwischen Tempel und Familiengeschichte. Elder Gary E. Stevenson vom Kollegium der Zwölf Apostel hat darüber gesagt: „Das Zuhause, die Familie und der Tempel sind untrennbar miteinander verbunden. … Wenn wir die ewige Natur des Tempels begreifen, zieht es uns zu unserer Familie hin; wenn wir die ewige Natur der Familie begreifen, zieht es uns zum Tempel hin.“

Leitlinien

Es gibt einige einfache Grundsätze, die einem Berater helfen können, sinnvollere persönliche Erlebnisse bei der Familienforschung zu ermöglichen und den Menschen, denen er dient, Gutes zu tun.

  • Der erste Grundsatz ist das Gebet. Gott weiß, wer für ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung bereit ist. Außerdem weiß er, welche Geschichte, welche Aktivität und sogar welches Foto dem Betreffenden das Herz erweichen und dazu führen könnte, dass er sich Gott zuwendet. Der Berater kann darum beten, zu Vorfahren geführt zu werden, die auf die heiligen Handlungen des Tempels warten, und darum bitten, dass die Person oder die Familie, der er hilft, es ihm gleichtut.
  • Der zweite Grundsatz ist die Vorbereitung. Alles für ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung vorzubereiten, beansprucht Zeit – Zeit für das Gebet, Zeit für die Planung und Zeit dafür, mit der Person oder der Familie zu besprechen, worüber sie gern etwas erfahren möchte.
  • Der dritte Grundsatz ist das Dienen. Ein Berater dient dem Einzelnen, wie auch der Erretter es getan hat. Die Treffen finden bei dem Betreffenden zuhause oder im Gemeindehaus statt – je nachdem, was sich am besten eignet. Zugleich passt der Berater die Lehrmethoden an die körperlichen und geistigen Möglichkeiten des Betreffenden an.
  • Der letzte Grundsatz ist das Auffordern. Nach einem persönlichen Erlebnis bei der Familienforschung fordert der Berater den Betreffenden auf, auf dem, was er entdeckt hat, aufzubauen. Eine solche Aufforderung soll einfach gehalten und erreichbar sein. Es wird auf eine bestimmte Aufgabe hingewiesen, die der Betreffende allein erfüllen kann oder die die Familie gemeinsam erfüllen kann.
Mutter und Sohn lachen gemeinsam mit einer Frau, die Familienfotos in der Hand hält

Persönliche Erlebnisse heute

Im Gegensatz zum Propheten Lehi haben die Menschen heute wahrscheinlich nicht durch eine Sammlung von Messingplatten ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung, auch wenn die Auswirkungen des Erlebnisses natürlich ganz ähnlich sein können! Hier einige Beispiele, wie heute ein persönliches Erlebnis bei der Familienforschung aussehen kann:

  • auf FamilySearch.org Geschichten über Vorfahren lesen
  • über Online-Hilfen ein bestimmtes Heimatland erkunden – beispielsweise über Google Earth, um Aufnahmen vom Geburtsort eines Vorfahren zu sehen
  • eine Audioaufnahme davon erstellen, wie Familienmitglieder über Erinnerungen sprechen, und dann die Aufnahme auf FamilySearch.org hochladen
  • die Geburts- oder Heiratsurkunde eines bestimmten Vorfahren ausfindig machen und seinem Profil auf FamilySearch.org hinzufügen
  • die erforderlichen Aufgaben auf FamilySearch.org erledigen, damit die heiligen Handlungen des Evangeliums für einen Vorfahren reserviert und erledigt werden können
Ein Mädchen geht mit Tempelkarten in der Hand am Tempel entlang

Erlebnisse wie diese stärken die jeweilige Familie und lenken ihre Aufmerksamkeit auf den Tempel. Aber dies ist nur eine kurze Liste. In der Praxis muss der Berater kreativ und aufmerksam sein, wenn er nach der Aktivität sucht, die genau die richtige für die Person oder die Familie ist, der er hilft!

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