FamilySearch.org im Wandel

5 November 2015  - by 

„Vor 15 Jahren machte Apple schwere Zeiten durch. Heute ist Apple in vielen Branchen (Computer, Smartphones, Musik, Filme und tragbare Geräte) Marktführer und Trendsetter“, so Robert Kehrer, leitender Produktmanager bei FamilySearch.org, verantwortlich für den Bereich „Suche“. Er ist überzeugt, dass FamilySearch, ein gemeinnütziges Unternehmen, das in der wachsenden und expandierenden Genealogie-Branche eine Vorreiterrolle einnimmt, ebenfalls einen grundlegenden Wandel durchmacht. Er weiß, wovon er spricht, denn als ehemaliger verantwortlicher Mitarbeiter von Apple hat er den Großteil des letzten Jahrzehnts die dortigen Veränderungen mitgestaltet und erkennt eindeutige Ähnlichkeiten. Vor Kurzem konnte ich mit Kehrer nach einer Präsentation sprechen, die er vor hunderten Liebhabern der Familienforschung gehalten hatte.

Kehrer erklärte, dass FamilySearch dabei sei, den gesamten Bereich der Genealogie umzukrempeln. „[FamilySearch] ist heute eine andere Organisation – auf den Kunden ausgerichtet und ergebnisorientiert“, so Kehrer. „Unternehmen, die den aktuellen Kundenbedürfnissen am schnellsten nachkommen, sind am erfolgreichsten.“

Er verglich den Wandel bei FamilySearch.org mit der umfangreichen Renovierung eines Hauses, angefangen von Dach bis zum Fundament. „Das einzige, was bei FamilySearch.org geändert wurde ist – ehrlich gesagt – einfach alles. Es ist in den letzten Jahren völlig neu erfunden worden“, so Kehrer. „Man kann kaum glauben, dass das Ganze kostenlos ist.“

Er ist der Meinung, dass FamilySearch.org ohne Zweifel eine der besten Suchmaschinen überhaupt besitzt. Dazu gehört auch, dass sehr nützliche und genaue Hinweise auf Aufzeichnungen gegeben werden, wobei die persönlichen Daten des Benutzers mit sechs Milliarden Einträgen abgeglichen werden. Der in Zusammenarbeit der Benutzer erstellte Familienstammbaum von FamilySearch ist seiner Meinung nach der größte und am besten anhand von Quellen verifizierte Stammbaum dieser Art im Internet. Benutzer fügen jeden Tag 250.000 neue Quellen und 25.000 neue Namen hinzu.

Kehrer erklärte, dass es zwei Apps für mobile Endgeräte gibt, einen Bereich für Erinnerungen (ein einfaches Hilfsmittel, um Quellen mit dem Profil eines Vorfahren zu verknüpfen), unglaubliche Hilfesysteme, einen gewaltigen Schwall an neuen Aufzeichnungen jeden Tag, sich neu formende Partnerschaften und ein völlig neues Indexierungserlebnis. Doch damit kam er erst so richtig in Fahrt.

Er erklärte, dass sich der Schwerpunkt der Produktentwicklung an den Kundenbedürfnissen orientiert:

  • noch mehr Einträge – noch schneller
  • private Aufzeichnungen der Familie im Internet bewahren und an andere weitergeben können
  • mehr Funktionen für mobile Endgeräte (Handys und Tablets)
  • genauere und umfangreichere Suche
  • Online-Quellen, auf die der Benutzer mit ein paar Tastenschlägen einfach und vollumfänglich Zugriff hat
  • einen genealogisch fehlerfreien Familienstammbaum auf FamilySearch
  • integrierte Funktionen der Partner von FamilySearch und weiterer Branchenführer

Seit 2013 konnte FamilySearch.org eine 234-prozentige Steigerung der Benutzer verzeichnen, die Mitglieder der Kirche sind, und eine kolossale Steigerung um 1035 Prozent unter der breiten Öffentlichkeit. Kehrer geht davon aus, dass dieser Zuwachs an der verbesserten Benutzerfreundlichkeit liegt. Die Anzahl an Sammlungen von Aufzeichnungen auf der Website hat sich seit 2012 nahezu verdoppelt (von 1033 auf 2019), und die Anzahl der durchsuchbaren indexierten Namen ist von 750 Millionen im Jahr 2010 auf heute 5,2 Milliarden angewachsen.

FamilySearch erweitert seine bisher 293 Teams, die in aller Welt mit Digitalkameras unterwegs sind. Auch die Arbeit an der Umwandlung der Mikrofilme aus dem Granitgewölbe in digitale Aufnahmen geht vorwärts, wodurch in beeindruckender Geschwindigkeit neues Material online zur Verfügung gestellt wird.

Das neue FamilySearch-Indexierungsprogramm, in dem alle Online-Indexierer gemeinsam die Flut von digitalen Aufnahmen nach Namen und anderen Parametern durchsuchbar machen, wird derzeit nach Regionen gegliedert zur Verfügung gestellt. Der größte Pluspunkt des Programms liegt darin, dass es webbasiert ist und es somit auf allen internetfähigen Endgeräten ausgeführt werden kann (Tablet und größer). Es handelt sich auch um ein gemeinschaftliches Projekt, denn Freiwillige sowie Organisationen können ihre eigenen Gruppen erstellen, um ein für sie interessantes Projekt anzugehen, den Fortschritt festzuhalten und miteinander zu kommunizieren. Durch die neue Benutzeroberfläche können Benutzer die Art, wie sie Aufnahmen anschauen und Angaben eingeben, nach Belieben einrichten.

Kehrer ist auch von der automatischen Indexierungsfunktion begeistert – eine von FamilySearch entwickelte Technik, die historische Aufzeichnungen in ASCII (Druckbuchstaben) erkennen kann und die durchsuchbaren Angaben automatisch aus dem Dokument heraus indexiert. Dadurch werden deutlich mehr indexierte Sammlungen veröffentlicht, und freiwillige Indexierer können sich älteren, handgeschriebenen Aufzeichnungen widmen. Jedes Jahr veröffentlicht FamilySearch über 250 Millionen neue Einträge.

Kehrers Hauptaufgabe als Produktmanager sind die Suchfunktionen auf FamilySearch.org. Eine neue Ergänzung bei der Suche ist die Hinweisfunktion von FamilySearch. Die rasant anwachsende Anzahl an historischen Aufzeichnungen wird automatisch nach Vorfahren durchsucht, die zum eigenen Familienstammbaum in FamilySearch passen könnten und dann vorgeschlagen werden. „Es ist absolut erstaunlich, wie effektiv und genau diese [Hinweis-] Funktion ist“, so Kehrer. „Man muss sich das nur mal vorstellen! Es erledigt die Arbeit, ohne dass man selbst etwas machen muss. Es findet die eigenen Vorfahren in Aufzeichnungen, auf die man als Durchschnittsperson möglicherweise überhaupt nicht gekommen wäre. Und nichts ist leichter, als diese Vorfahren dann seinem eigenen Stammbaum hinzuzufügen.“

Wenn man Aufzeichnungen durchsucht, kann man auch anhand eines Ortes suchen, indem man auf der Weltkarte ein Gebiet anklickt. Bei dieser Funktion werden ortsspezifische Inhalte von der gesamten FamilySearch.org-Website zusammengeführt (Sammlungen digitaler Aufnahmen, indexierte Dokumente, der Katalog, das Wiki und die Suchhilfen). Und wenn man eine Aufnahme eines historischen Dokuments ansieht, werden nun die indexierten Daten unten auf derselben Seite angezeigt. „Für den Benutzer ist es eindeutig effizienter, wenn er die Aufnahme und die indexierten Ergebnisse auf derselben Seite anschauen kann“, so Kehrer.

Auf die Frage, was demnächst noch als Neuerung anstehe, sagte Kehrer, dass man sich auf noch weitere beeindruckende Funktionen und ein besseres Benutzererlebnis bei den FamilySearch-Apps, im Bereich „Erinnerungen“, im Online-Katalog und bei den Partnerinitiativen freuen könne. Die Verbesserungen der Suchfunktion werden in allen diesen Anwendungen zur Verfügung stehen. Mikrofilm-Aufnahmen und Indexe können direkt vom FamilySearch-Katalog eingesehen werden und ermöglichen es Benutzern, schnell die Digitalaufnahmen durchzugehen oder die vom Film indexierten Einträge zu durchsuchen.

Probieren Sie die erweiterte Suche auf FamilySearch.org aus.

 

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Anmerkungen

  1. Mit großer Freude und Dankbarkeit habe ich entdeckt, dass seit ein paar Tagen neben anderen Territorien viele Filme der Mecklenburger Kirchenbücher v o r 1876 bei Ancestry.com online lesbar geworden sind. Und dass diese auch für mehr als 45 Millionen als Index suchbar geworden sind. Das ist eine Revolution für die Familienforschung !! Man muss nicht mehr die Filme in ein Center bestellen. Und bei dem, was ich bisher gelesen habe, gefällt mir auch die Wiedergabequalität ganz gut. Ich begrüße es also sehr, dass das Feld nicht archion.de überlassen wurde.
    Jetzt hätte ih noch einen Wunsch:
    Die bei Ancestry eingestellten Filme sollten noch mit dem FamilySearch-Katalog verbunden werden !!
    Wenn man nämlich prüft, ob und welche Filme es für ein bestimmtes Kirchspiel gibt, so ruft man zuerst den Katalog auf. Dann müßte man den Hinweis angezeigt bekommen, dass es den Film online bei Ancestry.com gibt, ähnlich wie für Filme, welche bei FamilySearch.org eingestellt sind.
    Über den Hinweis im Katalog muß es idealerweise durch einen Klick die Möglichkeit geben, d i r e k t zum Film bei Ancestry zu gelangen. Das wäre die zweite Revolution in Sachen Genealogie, verbunden mit den Digitalaufnahmen und den Indexen dazu.
    Ich bin nun schon fast 60 Jahre mit Genealogie befaßt, habe daher alle Änderungen und die Entwicklung bis hierher mitgemacht. Um so dankbarer bin jetzt für die Entwicklung in jüngster Vergangenheit. Ganz viel Segen für Ihre Arbeit wünscht Schwester U.Schwarz